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Grauer Markt und schwarze Schafe

Insbesondere in Zeiten, wie wir sie gerade vorfinden, in denen Geldanlagen bei den Banken und Sparkassen relativ niedrige Zinsen bieten, sind die Vertriebsmitarbeiter des sogenannten Grauen Kapitalmarkts unterwegs und meistens handelt es sich hierbei um schwarze Schafe.

Bei dem Grauen Markt handelt es sich um Anlageprodukte, welche nicht durch Banken, Sparkassen oder Versicherungen vertrieben werden. Sie unterliegen (leider) auch nicht der Kontrolle durch die Finanzaufsicht. Meist werden Unternehmensbeteiligungen verkauft, sehr oft auch an dubiosen Unternehmen. Allerdings wird dem Anleger vorgespielt, er habe eine absolut seriöse und sichere Geldanlage gewählt. Gelockt wird der Anleger mit hohen Zinsversprechungen, oftmals im 2-stelligen Bereich. Besonders schlimm ist es, wenn diese Geldanlageformen an Freunde und Bekannte verkauft werden.

Grundsätzlich gilt, je höher das Renditeversprechen, desto vorsichtiger sollte man sein. Dabei sollten die Unterlagen zu der angebotenen Geldanlage genauestens studiert werden. Gibt es solche Unterlagen / Verkaufsprospekte nicht, wird alles nur mündlich erklärt oder auf einem Zettel handschriftlich fixiert, heißt es „Finger weg“. Das Gleiche gilt für die Fälle, in denen die Erklärungen des Geschäftsmodells im Verkaufsprospekt so kompliziert sind, dass der potenzielle Anleger kein Wort versteht.

Worauf sollte man achten? Wenn in den Verkaufsunterlagen Bezeichnungen, wie Unternehmensbeteiligung, Beteiligung am Gewinn oder Gesellschafterrechte, auftauchen, der Vertriebsmitarbeiter jedoch von einer absolut sicheren und risikofreien Anlageform spricht, ist Vorsicht geboten. Wenn ich als Anleger am Gewinn eines Unternehmens beteiligt bin, so gilt dies auch für die Beteiligung an eventuellen Verlusten. Das heißt, dass die versprochene Rendite nicht zwingend erwirtschaftet werden muss, eventuell ist meine Beteiligung am Ende auch wertlos.

Letztendlich sollte sich der Anleger fragen, würde ich mein Geld auch in Aktien investieren? Hierbei handelt es sich um nichts anderes als um Unternehmens-beteiligungen, allerdings an großen, renommierten und kontrollierten Unternehmen. Wenn diese Frage mit nein beantwortet wird, sollte erst recht keine Unternehmens-beteiligung auf dem „Grauen Markt“ gekauft werden. Bestehen Zweifel an der angebotenen Anlageform, empfiehlt sich, diese vor Abschluss überprüfen zu lassen. Denn sollte es sich um ein „schwarzes Schaf“ handeln, an das man geraten ist, ist auch nicht zu erwarten, das einmal investierte Geld zurückzuerlangen. Gegen die gründliche Prüfung durch einen Fachmann kann ein seriöser Vermittler aber nichts einwenden.